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Luzides Träumen & Schizophrenie

Philosophisches / Psychologisches / Körper, Geist & Seele

Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon AcidWizard » 22.05.2014, 05:31

Hallo an alle Mitleser,
wie der Name des Threads schon andeutet, habe ich einige Fragen die Wechselwirkungen von Psychosen/Schizophrenien und Luzidem Träumen betreffend.
Zuerst einmal zu meiner psychiatrischen Krankengeschichte: Ich wurde im Sommer 2013 nach exzessivem Konsum verschiedener Psychedelika eingewiesen. Die Diagnose lautete "Drogen-induzierte Psychose aus dem Schizophrenen Formenkreis". Ich wies das volle Spektrum an Symptomen auf, wie Wahnvorstellungen, akustische Halluzination in Form von Stimmen et cetera.
Nun beschäftige ich mich seit ca. 2 Wochen mit der Thematik des Klarträumens. Heute war es dann endlich so weit. Ich war kurz davor, einen Klartraum einzuleiten. Die Details des dem vorausgehenden Trübtraumes sind an dieser Stelle glaube ich irrelevant. Die Vermutung, ich könnte mich in vielleicht in einem Traum befinden, entstand als ich mich gerade mit einem Traumcharakter unterhielt. Er erzählte mir von einigen Dingen, die in der Realität auf keinen Fall hätten zutreffen können; keine übernatürlichen, völlig unmöglichen Dinge, sondern alltägliche, die mir aber trotzdem so grotesk erschienen, dass ich langsam skeptisch wurde. Meine Skepsis wurde im Laufe dieses Gespräches immer größer, bis ich beinahe der festen Überzeugung war, ich befände mich in einem Traum. Doch statt einen Reality-Check durchzuführen, wie ich es in Situationen wie dieser zu tun vorhatte, teilte ich meine Vermutung meinem Gesprächspartner mit. Darauf antwortete er mit einer kalten, völlig anderen Stimme, die für mich die absolute Manifestation des Bösen darstellt, weil sie während meiner Schizophrenen Episode zu mir sprach, ich solle Traumcharakteren niemals mitteilen, dass ich gerade träume. Im Bruchteil einer Sekunde verwandelte sich sein Gesicht in eine riesige, furchterregende Dämonenfratze und es kam ein heller Lichtblitz, gefolgt von völliger Dunkelheit und einer absoluten, nicht steigerbaren Angst, die ich in der Ausprägung noch nie zuvor in meinem ganzen Leben verspürt hatte. In diesem Zustand verharrte ich dann noch gefühlte 10 Minuten in einer Schlafparalyse, bis ich endlich aufwachte. Als ich nach dem Aufwachen in den Spiegel schaute, hatte ich fast eine halbe Stunde lang dieses Starren in den Augen, diesen typischen Blick, den schizophrene Patienten für gewöhnlich haben.
Meine Frage an euch ist: Hat mir mein Unterbewusstsein da nur einen harmlosen Streich gespielt, oder besteht das Risiko, dass ich aus versehen irgendetwas ernstes meine Psychose betreffend wieder ausgraben könnte? Hat vielleicht irgendjemand in diesem Forum ähnliche Erfahrungen gemacht?
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Re: Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon Oni » 22.05.2014, 09:00

Da wir hier glaube keine Doktoren oder Professoren in dem Bereich im Forum haben, würde ich dir raten sowas mit einem Arzt abzusprechen. Eventuell gibt es in deiner Umgebung Psychologen, die auch mit dem Klarträumen arbeiten (obwohl sehr sehr selten).
Also bei solchen "Erkrankungen" würde ich das Klarträumen mit einem Arzt absprechen.

Ich kann nur sagen, dass man ab und zu diese "Hindernisse" liest, dass Traumpersonen z.B. gewalttätig werden, wenn man sie über den Traumzustand aufklärt. Aber das ist bestimmt nicht die Regel.
Da du so wie ich das lese noch nicht wirklich klar warst, kann sich der Trübtraum auch einfach in einen Albtraum verwandelt haben. Angst ist nur ein Gefühl, was das Gehirn super simulieren kann und auch in einer X-fachen Verstärkung.

Wie gesagt in deinem Fall würde ich dir (als ahnungslose Person in dem Bereich) nicht den Tipp geben "Mach einfach weiter, es kann nichts passieren." - sondern eher zur Absicherung durch einen Arzt raten, der sich am Besten auch mit der Thematik Klarträume auskennt und ungefähr beurteilen kann, ob es da zu Problemen kommen kann bei so einer Diagnose. Zumindest ein Arzt, der mit dir dann über die Vorkommnisse spricht und dich berät etc.

Grüße
ONI
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Re: Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon DreamState » 22.05.2014, 11:17

Ich kann da keine Auskunft geben, da ich mich mit Schizophrenie nicht auskenne. Ich würde dir raten, bevor du einen Klartraum einleitest, es mit deinem Arzt / Psychiater etc. abzuklären.

Allgemein sind Klarträume nicht gefährlich, wie es sich aber bei einer schizophrenen Persönlichkeit aussieht, das weiß ich nicht. Es freut mich, dass du da so offen darüber sprichst. Ich hoffe andere können dir hier weitherhelfen bzw. dass du uns, nach Abklärung mit einem Arzt / Psychiater, auf dem Laufenden hältst.

Viele Grüße
DreamState
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Re: Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon AcidWizard » 22.05.2014, 15:47

Rein biologisch gesehen dürfte bei einer natürlichen Tätigkeit wie luzidem Träumen, die ohne psychotrope Substanzen durchgeführt wird, nichts schief gehen. Meine Persönlichkeit ist ja nicht "schizophren". Die Schizophrenie hat relativ wenig mit dem zu tun, was wir aus Filmen wie z.B. Fightclub kennen. Die Schizophrenie/Psychose ist eine Fehlfunktion in den Dopamin-Synapsen, jenes Neurotransmitters, der maßgeblich für unser Denken, Handeln und unsere Wahrnehmung verantwortlich ist. Man hat keine "gespaltene Persönlichkeit" oder etwas ähnliches. Man hat Halluzinationen und kann sein eigenes Denken nicht mehr steuern. Da ich "nur" an einer Psychose erkrankte, was eine im Gegensatz zur Schizophrenie vorübergehende Erkrankung ist, dürfte außer den Erinnerungen daran nichts in meinem Gehirn zurückgeblieben sein. Klarträume erregen das Gehirn nicht mehr, als es im Wachzustand ist; eher ist es ruhiger, da die Regionen, die für das mathematische Denken zuständig sind, inhibiert sind. Ich kann es dadurch also nicht überlasten und es kann auch keine "Sicherung durchbrennen". Was mich an diesem Trübtraum/semi-Klartraum nur so verwundert hat, war, dass in ihm diese Stimme wieder aufgetaucht ist, die ich seit fast einem Jahr verdrängt hatte und die, obwohl ich sehr intensive und realitätsnahe Trübträume habe, in keinem meiner anderen Trübträume seitdem mehr vorkam.
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Re: Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon Kirschbaum » 22.05.2014, 19:42

Ich schließe mich Onikaan und DS an, du sollest erstmal mit einem Psychiater, der evtl. zusätzlich noch Psychotherapeut ist und sich mit Klarträumen auskennt sprechen. Dir in dieser Hinsicht etwas zu empfehlen, ohne das entsprechende Wissen zu besitzen, empfände ich als keine gute Idee.

Wie dir sicher bekannt ist, gibt es Therapeuten, (ich glaube oft in der Traumatherapie aber weiß es nicht genau) die dem Patienten das Klarträumen versuchen zu vermitteln, damit dieser lernt seine Ängste zu überwinden oder traumatische Erlebnisse besser verarbeiten kann. In Zusammenhang mit Psychosen habe ich allerdings noch nichts davon gehört, was aber nix zu bedeuten hat.

Letztlich bleibt zu sagen: Versuch macht klug. (wie du an deinen Exzessen unschön erleben konntest. :D ;-p Sorry, blöder Scherz. :-) :( )

Solltest du das weitere Vorgehen mit einer fachkundigen Person besprochen haben (was ich persönlich vorziehen würde) oder dich ohne Einholung weiterer Informationen weiterhin mit dem Klarträumen befassen, fände ich es ebenfalls spannend zu erfahren, wie es bei dir so läuft. :-) (Y)
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Re: Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon AcidWizard » 22.05.2014, 20:52

Vom Psychiater gab es grünes Licht fürs Klarträumen. :D
Vielleicht gelingt es mir ja schon diese Nacht, einen richtig einzuleiten. :sleep:
Ich bedanke mich bei Euch für die bisherigen Ratschläge.

LG, Paul
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Re: Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon DreamState » 17.06.2014, 20:34

Gibts schon was Neues Wizard? Hats geklappt? Kann man dir irgendwie mit Rat und Tat zur Seite stehen?
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Re: Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon Avalon » 14.08.2016, 12:18

Aus erfahrung kann ich berichten das psychische erkrankungen in bezug auf Luizides Träumen Katastrophale auswirkungen auf Traum so wie Realitätswahrnehmung haben kann! Die von wizzard beschriebene Erfahrung würde ich als eine klassischen Kurzschluss bezeichnen,dies ist jedoch erst der Anfang...!

zu nächst kurz was zu mir:ich verfüge über keine Detalierte psychoanalyse.Es ist jedoch unverkennbar das mein verhalten und denken durch gewisse psychosen bestimmt ist.Ich verfüge zu dem über ein überdurchschnittlichen iq (Emphatisches Genie) und erlebte meinen ersten klartraum im alter von gerade mal 12.Im grunde kann man behaupten das ich die fahigkeit unbewusst erlangte in dem ich es durch Realitätsflucht in früher kindheit provozierte.(dennoch paradox).obwohl ich dann im alter von 16 zum ersten mal von dem tatbestand erfuhr,bin ich bis heute nicht in der lange sie bewusst hervor zu rufen,selbst kontrolle im klartraum ist nur bedingt möglich.Sie treten willkürlich auf und seit einigen jahren beinahe jede nacht! wo bei sich Absurdität und Realitätsgetreue in gleichen teilen steigern.Beinahe als würden über ich,es und mein ich sich in ständigem kampf befinden.Als unerträglich empfand ich dies erstmals als es mir nicht mehr möglich war den traum durch meinen eigenen Tod zu beenden,der traum beginnt auf einer anderen eben neu und meißt intensiver jedoch selten im bezug zu dem vorherigen.Dieser zustand ist für mich unbeeinflussbar und der traum endet erst wenn er endet...Dies macht es zu nehmend schwieriger Realität von traum zu unterscheiden...Aber nun zu Wizzard:ich will damit verdeutlichen das Erkrankungen des Bewusstseins und des unterbewusstseins an sich einen kontrollverlusst dar stellen der für Luizides Träumen an sich die größte gefahr darstellt.Es ist zwar schwierig so viel pech zu haben wie ich jedoch spricht das endergebniss für sich denn meinen zustand würde ich nicht mal meinen schlimmsten feind wünschen!!!! Oder wenn man glaubt das jeder mensch eine persönliche hölle besitz dann Erlebe ich meine jede Nacht.....
falls du detail fragen hast bitte bitte :)

entschuldigt die rechtschreibung,war nicht oft in der schule
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Re: Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon CinnamonBoy » 26.08.2016, 20:43

Hallo AcidWizzard (?)

ich bin auch Schizophren und kenne Deine Zustände. Du erinnerst mich noch an meine unreflektierten Zeiten. Ich konnte erst mit einer ausgiebigen Therapie herausfinden, wie ich persönlich mit meiner Art von Symptomen und psychotischen, persistierten Erlebnissen umgehen kann.

Ich hatte erst vor kurzem auch einen Luciden Traum. Inzwischen fühle ich mich von diesem Zustand geplagt, denn ich weiß, es ist nur unterbewusstes Geplänkel in dem alles passieren kann. Du beschreibst eine angenehme Seite, ein Gespräch mit einem Wesen, dass Dir gern höheres Wissen über Dich und Dein Leben zuteilhaben möchte. Das weckt Dein Interesse. Diese Träume haben es jedoch an sich, dass sie sich schnell verändern können, schnell anders aussehen. Auch mein Traum konnte neulich Nacht recht schnell kippen. Dieses dämonische Element geht wirklich nur aus den Horror-Filmen oder Horror-Stories oder Erzählungen oder gar bereits aus damaligen Gespensterspielen während der Kindheit hervor. Zufällige Fragmente, sämtlicher grusligen oder esoterischen Geschichten, die Du je gesehen, erlebt oder gehört hast mischten sich während Deiner psychotischen Phase zu einer für Dich real erscheinenden und emotional beeinflussenden, personifizierten Vorstellung. Du beschreibst starke Angstzustände und die sind es wirklich worauf es eigentlich ankommt. Diese Angst davor wieder verrückt zu werden oder davor, dass Du wieder lange von bösartigen Symptomen beeinflusst wirst. Das Gesicht das Du gesehen hast ist - und bitte glaub mir das - nichts übernatürliches, nichts das irgendwo, irgendwie astral existiert. Es ist wahrhaftig nur eine Vorstellung, die seit Deiner Psychose in Dir in Deinem Erinnerungsvermögen festgesetzt ist. Im Grunde völlig harmlos. Das einzige was daran stört, ist die Form von Zwangsvorstellung in der es auftaucht und nicht so schnell wieder abklingt. Es ist unschön die Augen zu schließen und ein Gesicht zu sehen und dabei Angst zu spüren, wieder in Halluzinationen verloren zu gehen. Besonders wenn man alleine ist.

In diesem Fall bleib einfach locker. Es ist nicht real. Nähre es nicht mit weiteren Vorstellungen oder Ängsten oder inneren Gesprächen, die Du an das Bild richtest, es wird einfach wieder gehen, wenn Du etwas neues machst. Es ist ein Zustand der wieder nach kurzer Zeit vorüber geht. Anstatt vor dem Spiegel zu stehen und Dich damit auseinanderzusetzen, versuche einfach drauf zu pfeiffen. Erkenne Dich wie Du Dir diese Vorstellung machst oder wie ein altes Muster wieder zu Dir vordringen möchte. Das ist ganz normal. Ungefähr so wie ein Alkoholiker vor einer Flasche Schnapps steht. Die einen machen den Fehler und greifen zu, die anderen sagen Nein, das brauche ich nicht mehr in meinem Leben und es interessiert mich auch nicht. Es ist Blödsinn. Es ist nur ein kurzer Anflug meines Negativ-Gedächtnisses. Du willst klar leben und solche Gesichts-Vorstellungen sind kindisch und nur ein kurzer Erinnerungsanflug, mehr nicht. Wenn Du den Fehler machst es Gedanklich weiter auszubauen und darin zu versinken, kramst Du diese alten Muster wieder stärker hervor. Lenk Dich ab und glaub ans Gute :sleep: an den gesunden Menschenverstand.

Der Fakt ist: Es gibt keinen Gott, es gibt keinen Teufel. Schau Dir L. Ron Hubbert an und den Scientologischen Sci-Fi-Schwachsin und wie viele darauf hineinfallen oder noch schlimmer den IS oder aktuell Pegida. Es sind alles nur Arten der Wahrnehmung. Einer Realität die im Kopf beginnt. Menschen mit Schizophrenie und dauerhaft anhaltenden Symptomen haben es schwer, weil sie nicht wie andere Menschen immer die Fähigkeit parat haben ihre Gedanken von sinnvollen und unsinnigen Gedanken zu trennen. Sprich es fällt schwer das Gehirn davor zu stoppen oder aufhören weiter Zwangsvorstellungen zu generieren. Es rasselt einfach wie es will und wie es es gelernt hat. Du kannst das aber positiv umtrainieren in einer Verhaltenstherapie. So ein Prozess dauert lange und sollte von einem Verhaltenstherapeuten begleitet werden, der sich mit Schizophrenie auskennt.

In einer Verhaltenstherapie lernst Du mit dieser Angst, die Du gespürt hast umzugehen und sie abzumildern. Beschäftige Dich mehr mit einer Angststörung im Internet als mit Luzidem Quatsch. Inzwischen finde ich es gar nicht mehr toll luzide zu Träumen. Ich hatte noch nie das Gefühl ich könnte wirklich lenken was da passiert. Ich höre immer nur einen langen kreischenden Tinitus, fühle, wie ich im Bett liege und sehe irgend ein Schauspiel meines Unterbewusstseins, das auf aktuelle Erlebnisse reagiert. Da ist nichts fantastisches oder magisches. Es ist nur so Fantastisch oder Böse wie man es machen will. Ein toller Schlaf um als Schizo dem Gehirn eine Pause vom Denken zu gönnen und herunter zu kommen ist es jedenfalls nicht.

Von mir ein Tipp für Dich. Wenn Du noch ein Mal ein solches Angsterlebnis hast und aufwachst, nimm, solltes Du ein Psychopharmaka einnehmen, noch eine Tablette extra, lenk Dich irgendwie ab, bis Du wieder müde wirst und schlaf einfach weiter =) Es hat nichts zu bedeuten. Versuche den nächsten Tag entspannt anzugehen, setzt Dich nicht weiter unter Druck, atme durch. Denn oft ist der Schlaf ein großer Zustandsstopper. Euphorische Erlebnisse oder Halluzinationen von vom Vortag werden dadurch gelöscht und man beginnt wieder neutral.

Das gefährliche ist in Wahrheit die Angst die Du fühlst, die Dein Gehirn über diese Fratze triggert. Warum es das tut? Darüber werden Wissenschaftler noch Jahrzehnte grübeln, meistens liegt es daran, dass man anfällig, verletzlich für Ängste ist und sich einfach nur entspannen muss. Je mehr Du Dich in diese Ängste mit weiteren Vorstellungen (Nicht schon wieder ins Krankenhaus kommen. Nicht schon wieder dämonische Stimmen hören) hineinsteigerst umso mehr verlängerst Du den Angstzustand und baust Dir damit die Bedingungen wieder eine Psychose zu generieren. Das Geheimnis ist wirklich locker zu bleiben und zu wissen, es ist alles nichts besonderes. Du hast etwas in Dir, dass diesen Zustand vor dem Spiegel wieder abmildern konnte. Vertraue einfach auf Deine Abneigung gegenüber dieser Art Gedanken und Deiner Vorsicht und Deiner Verantwortung. =)

Falls Du wissen möchtest, wie Du eine Verhaltenstherapie beginnst, schreib mir gerne eine persönliche Nachricht. Es gibt eine gute Therapeuten Suchmaschine der Kassenärztlichen Vereinigung mit allerhand Adressen in Deiner Nähe. =)

Erst nach der Therapie konnte ich wirklich mit meiner Schizophrenie gesund leben. Und ich bereue es heute noch, dass ich diese nicht schon Jahre früher machte. =)

Gruß Paul
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Re: Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon CinnamonBoy » 26.08.2016, 22:08

Von Paul zu Paul =)

Kurz gesagt, gut fand ich, dass Du mit Deinem Psychiater über dieses kurze Erlebnis Rücksprache gehalten hast. Versuche bitte immer auch professionelle Hilfe aufzusuchen, wenn Du glaubst Du näherst Dich einer gefährdeten Phase. Das ist ganz wichtig.

Weil ein Mal hineingerutscht, hat man wieder neue psychotische Erinnerungen erzeugt, wieder eine schlechte Phase hinter sich. Das gilt es zu vermeiden.

Mach das hier nicht unbedingt zum Sport. So faszinierend es ist, man fällt gerne auch in einen (glücklicherweise harmlosen) Alptraum.

Ich will hier niemanden diskreditieren. Meine Klartraumanzahl beläuft sich auf mehrere Hundert und die Inhalte gehen leider keinen was an. Ich war deswegen auch beim Parapsychologischem Institut in Freiburg. Die Zeit liegt weit zurück und leider war es der Auslöser für meine heutige Stimmenhörerei.

Heute schlafe ich lieber angenehm und stell mir nicht immer so gruseliges Zeug vor. =) Und wenn es doch passiert, tröstet mich der Gedanke, dass es das nicht gibt. Und, dass es gleich wieder vorbei ist. Der Angst den Wind aus den Segeln nehmen.

Dieser Thread wird von Google gefunden. Ich dachte, ich erkläre als Psychose-Erfahrener mal kurz meine Ansicht. Denn es waren bei mir nicht Drogen, sondern Esoterik und anstatt ein Krankenhaus aufzusuchen, hat mir irgend ein Chat empfohlen lieber violette Kerzen gegen Geister aufzustellen. Oje.
So viel Trubel um nichts. =)

Gruß Paul
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Re: Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon Kaskade1 » 26.08.2016, 22:18

@CinnamonBoy- ich finde es sehr interessant und mit Verlaub kompetent wie du deine Andersartigkeit/Erkrankung beschreibst. Der Leidensdruck-sei es nun jener innerhalb der psychotischen Episoden oder der, der sich auf Erlebnissen in der Kindheit bezieht, ist von einem Außstehenden wohl kaum nachzuvollziehen. Ich empfinde es als sehr mutig, dass du dir die Mühe gegeben hast das alles-und mag es auch unter dem Mantel der Anonymität des Internets stehen-aufgeschrieben hast um jemand anderen zu helfen.
Die Klarheit mit welcher du alles beschreibst und herleitest zeigt, dass du alles sehr gut im Griff und dich unter Kontrolle hast. Und dafür freue ich mich für dich :-)

Die Möglichkeit der Behandlung der Erkrankung mittels Verhaltenstherapie würde mich interessieren. Kann man die Erkrankung der Schizophrenie psychotetapeutisch angehen zum Zeitpunkt der psychotischen Episode, oder greift sie im Vorfeld, bzw. Zwischen den krankhaften Schüben. Mir wäre jetzt bedauerlicherweise nur die Behandlung der akuten und jeder anderen Phase mit starken-den Menschen ganzheitlich einhuellenden und daempfenden Medikamenten bekannt.

Kaskade
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Re: Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon CinnamonBoy » 26.08.2016, 23:12

Hallo Kaskade

Es ist leider so, dass Menschen während einer akuten Phase ihre Zugänglichkeit zum Realen verlieren. Ich glaube deswegen spricht man es akut aus. Allerdings verliert man nie den Wunsch diesem aufreibenden Zustand ein Ende zu setzen. Ich wollte während meines ersten Krankenhausaufenthaltes auch keine andere Meinung akzeptieren und klammerte mich sehr stark an die Erlebnisse der Psychose und an mein Weltbild. Im Krankenhaus auf Station wird man allerdings auch sehr oft sich selbst überlassen. Es ist wirklich so, dass man eine Psychose besser erst Mal unter starker Medikation aussitzten sollte, bis man allmählich wieder aus den grusligen Vorstellungen bzw. dem Euphorischen Zustand des Gehirns und dessen lang anhaltender Überarbeitung herausgetreten ist, wieder zugänglicher wird, gesetzter und konzentrierter das Wesentliche, Reale um sich hat. Bzw. anders gesagt wieder in jenem Zustand einfindet, den man vorher als normaler Mensch hatte, bevor man sich so vielen anstrengenden Illusionen hingab. =) Es weg ist =)

Ich denke erst unter dieser Bedingung kann man mit dem nötigen Abstand überhaupt begreifen was passiert ist. Im Krankenhaus selbst sollte man sich, wenn man auf die Entlassung vorbereitet wird, bei den Gesprächen dann erkundigen, wie man weiter Hilfe annehmen kann. Vor einer Therapie muss man sich nicht schämen oder diese als unangenehm betrachten. Auch nicht vor der Medikation.

Ich persönlich empfehle neben dem Psychiater, den man hauptsächlich wegen der Medikation zur Nachbetreuung aufsucht auch einen Therapeuten zu finden. Ein Therapeut begleitet einen mit Sitzungen über einen langen Zeitraum und es geht in den Gesprächen hauptsächlich um die Symptome, das Krankheitsbild, die Erlebnisse, Auslöser, Traumata, sowie Verhaltensänderung, Strategien, Taktiken um Symptome zu meiden oder diese besser für sich zu verstehen und man hat immer eine Person, die einen professionell über diese Themen und evtl. kleiner, großer Rückfälle begleitet und über ein zwei Jahre aufklären kann. Um diese erkenntnisreich über sich selbst zu reflektieren. Mit dem Ziel das Leben wieder gesund leben zu können, um nicht so schnell wieder von negativen Phasen erschüttern zu werden, sondern diese lernen locker zu nehmen. Man ist letztendlich neurologisch in ein Fettnäpfchen getreten. So kommt es mir jedenfalls vor. Man hat etwas in einer euphorischen Phase persistiert, das unangenehm ist.

Das große Ziel ist eigentlich, die Symptome als etwas menschliches zu begreifen, als ein Teil seines Unterbewusstseins und sie lernen zurückzuhalten bzw. sie gutartig zu verändern, bis hin zum idealen Weg, sie mit der Zeit einfach wieder zu vergessen. Damit meine ich die Feinheiten im denken, nicht die Phase oder der Lebensabschnitt, sondern die gedanklichen Verhaltens-Kreisläufe der Psychose, der Zustand an sich. Je weiter er zurück liegt und je weniger man sich davor fürchtet, umso mehr Anflüge man abwenden konnte, umso weniger wird man dafür anfällig umso mehr wird das Risiko vermindert.

Diese Symptome sind für jeden unterschiedlich, jeder erlebt sie anders und hat andere Hintergründe. Eine Verhaltenstherapie begleitet über längere Zeiträume individuell und auf sein eigenes Verhalten reagierend das eigene Leben betreffend und konstruiert persönliche Perspektiven um gesund leben zu können. =)

Wenn man das begreifen kann, als gefährdete Person oder Person im akuten Zustand. Und der Wunsch da ist, so ein Angebot anzunehmen. Dann auf jeden Fall machen. Sollte die Person noch zu akut drin hängen, dann lohnt es sich abzuwarten. Aber auch auf jeden Fall machen. Mit jedem naiven Rückfall dauert es später länger wieder ohne Symptome auskommen zu können. Es ist sehr wichtig, dass man diese persönliche Aufklärung erhält.

Und die Neurowissenschaft oder die Psychologie an sich habe ich als inzwischen sehr modern erlebt, als sehr weit und als sehr über das menschliche Verhalten und Denken aufgeklärt erfahren. Man kann diesen Wegen wirklich trauen und sie sind eine große Hilfe =)

Gruß Paul
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Re: Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon Kaskade1 » 27.08.2016, 07:04

Das Begreifen und Verstehen dessen was während der Psychose bzw. Schon in der Zeit davor in einem passiert ist, das ist wohl wirklich etwas, das erst mit dem nötigen Abstand abzuleisten ist. Trotzdem wichtig, weil die Quintessenz auf denen sich das negative und! Positive Erleben aufgebaut hat noch im Unterbewusstsein verankert ist.
Es ist eben wirklich eine persönliche Sache und jede Schizophrenie oder schizophrene Färbung bei jedem Menschen individuell. Eben weil die Gründe für die ,,Entartung" neben neurologischen Problemen auch empirisch sind. Und an diesem Punkt würde dann wahrscheinlich auch eine Verhaltendthetapie greifen. Um erlebtes aus der Zeit vor der Psychose aufzudecken und negative Verhaltensmuster (negatives Selbsterleben) anzugehen -wie etwa Schuldgefuehle, Scham etc.
Das ganze positiv zu sehen und auch rückblickend nur die guten Gefühle oder Inhalte zu fokussieren und sich trotzdem als gut und wertvoll und auch normal in den gesunden Phasen zu sehen,das ist eine große Eigenleistung und je nach Psychose mehr oder weniger möglich.
Es ist aber auf jeden Fall der richtige Weg und egal was einem im Leben auch widerfahren mag das einzig richtige. Vieles in der Psychose erlebte oder dazwischen erlebte kann gut gefiltert sehr bereichernt und auch angstloesend und tröstlich sein. Selbstverständlich nur so lange der Realitätsbezug bestehen bleibt.
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Re: Luzides Träumen & Schizophrenie

Beitragvon CinnamonBoy » 27.08.2016, 13:53

Hallo Kaskade

Das sehe ich genauso. Ich hätte nie gedacht, dass sich hinter all diesen fantastischen (aber auch bis schweren und unangenehmen) Erlebnissen man selbst mit seiner ganzen Persönlichkeit befindet. Mir hat man gesagt, ich währe selbst der Author dieser Geschichten und lenke das Geschehen, wie jemand der mit seinen Gedanken hinter einer Schreibmaschine sitzt. Das zu erkennen war gar nicht so einfach. Denn bevor diese Brücke zu meinem Handeln und meiner Verantwortung darüber, was in meinem Kopf vorgeht, entstanden ist, war alles naiv und reflexartig, so war auch das Kippen in die schlechten Eigenschaften der Symptome recht schnell und unkontrolliert möglich und wurde gefährlich. Man hat ein Päckchen, das man tragen muss, der Realitätsbezug ist sehr wichtig dabei. Und ein Mal erlebt, ist es im Verstand gespeichert. Man muss sich um das Päckchen verantwortungsvoll kümmern. Sonst fällt es einem wieder auf die Füße.

Am meisten half mir damals eigentlich, dass nach den ersten beiden Psychosen, die ganzen Phänomene wieder weit zurück liegen konnten. Und da es weg war, hatte ich den Eindruck, man müsse sich bis auf die Medikation nicht weiter darum kümmern. Das war aber der Fehler. Eine Aufklärung warum man so empfinden kann, solche Zustände haben kann und warum diese Zustände so aussehen, sich so anfühlen oder so entstehen, währe damals schon wichtig gewesen.

Als dann die dritte Psychose bei mir einsetzte, Jahre später, ging sie definitiv zu lang und wurde aufgrund meiner Sturheit, das Krankheitsbild anzuerkennen, soweit ausgedehnt, dass es nun zu etwas alltäglichem wurde. Es ist paradox. Man erkennt die Gefahr für das Nachleben oder den Schaden für die Zukunft nicht, wenn man gerade tief drin hängt. Man will es weiter erleben und jeder Tag den man darin verbringt, sorgt dafür, dass man es später immer schwerer damit hat, es wieder los zu werden. Und es ist gefährlich sich in solche Themen hineinzusteigern. Eine Psychose kommt einem Trauma gleich, es ist wichtig die neurologischen Hintergründe zu kennen und damit einen Umgang zu finden.

Das weiß die Verhaltenstherapie zu schulen und aufzuklären.

@Mr. AcidWizzard
Nimm bitte nie wieder Drogen, die Deine Symptomatik begünstigen. Ich weiß ich klinge wie Deine Eltern. Der Kernpunkt ist aber der Große Unterschied zwischen einer Psychose und meinetwegen einem einmaligen Autodiebstahl, bei dem man erwischt wurde, dass die seelische Krankheit etwas unwiderrufliches ist. Es ist leichter zu sagen, ich baue keine Scheiße mehr Papa, als ich höre ab jetzt keine Stimmen mehr. Wenn man zu weit geht mit Psychedelik, manifestiert es sich unwiederrufbar und wird zu einem Element, das immer mal wieder zum Vorschein kommen möchte. Eine unangenehme, beeinträchtigende Begleiterscheinung. Pass bitte auf Dich auf. Ich empfehle Dir wirklich all die Überzeugungen und die experimentelle Neugier hinter Dir zu lassen, denn Du hast nun in Deiner Vergangenheit ein traumatisches Erlebnis damit erlitten.

Menschen die hier in diesem Forum beim Träumen solche Negativerfahrungen machen (vielleicht geklammert an irgendwelche zweifelhaften Gurus, wie bspw. Aleister Crowly, Magie oder Pentagrammgedöhns, ich will hier kein Interesse wecken, diese damaligen Kultauthoren waren nicht ganz richtig, teilweise Gewalttäter, Psychos, Personen die man wirklich meiden würde, hätte man sie persönlich näher kennen gelernt und auch ihre Ansichten, vergessen würde wollen, wenn nur nicht die Bücher so toll aussehen würden und der Mythos so hoch gehalten würde) empfehle ich eine Pause davon zu machen und Abstand zu gewinnen, damit sich der Verstand wieder erholen kann und über einen Zeitraum anders entwickelt.

Nur den angenehmsten Teil der Träume für sich zu behalten und wie schon von Kaskade so gut ausgedrückt, immer auch den Realitätsbezug zu wahren. Denn irgendwo hat es auch etwas Begeisterndes. Man identifiziert sich gern damit und man mag diese esoterischen Themen. Sie sollten nur nicht überhand nehmen.

Die besten luziden Träume, sind jene die irgendwann von selbst kommen. Sie deuten auf Umstände hin, die man verändern sollte oder die wegweisend sind und bieten andere Perspektiven.

Wenn man dieses Traumthema erzwingt, experimentiert man mit der Psyche ähnlich wie mit Bewusstseinserweiternden Drogen. Der Vergleich ist durchaus möglich zu ziehen. Denn das Gehirn halluziniert stark und man gleitet in eine Wahrnehmung, die nicht mehr viel mit schlafen im herkömmlichen Sinne zu tun hat. Eine Wahrnehmung, die sich auch im Wachzustand, tagsüber zeigen kann und ab da wird es gefährlich. Das ist der Kontrollverlust den man damit erleiden kann. Wenn man die Illusionen aus den Träumen im Wachzustand erlebt. Das beste Beispiel hat AcidWizzard ganz oben beschrieben. Das Bild von einem Gesicht, das auch nach dem Aufwachen noch lang zu sehen war. Die Intensität dieses Traumzustands noch anhielt obwohl man bereits im Bad stand.

Das passiert, wenn das Gehirn nicht mehr zwischen schlafen und tagsüber aktiv sein trennt. Oder zwischen Halluzinationen unter Drogeneinfluss und Halluzinationen ohne Einfluss. An diesem Punkt geht die innere Abgrenzung verloren und man hat diesen Märchenwald dann allgegenwärtig um sich und trainiert automatisch einen kleinen oder größeren psychotischen Zustand. Der mehr oder weniger beeinträchtigend ist oder kürzer oder länger anhält. Diese Abgrenzung, die man verlieren kann, ist die Krankheit. Das Hineinsteigern eine Begünstigung.

Man trainiert beim luziden Träumen die Trennung zwischen luzider Wahrnehmung und gesetzter Wahrnehmung tagsüber weg, wenn man luzide Träume versucht zu forcieren.

Klar nun kann man sagen, bei nativen Völkern waren damals Schamanen und Magier akzeptierte Menschen und das ist alles nichts ungewöhnliches. Das wesentliche esoterische Argument. Aber es ist ein Unterschied, wenn ich einen Regentanz in meinem Stamm vorführe, weil der Donner so göttlich klingt und ich nichts anderes kenne oder ob ich als KFZ-Mechaniker beim Öldwechsel in unserer heutigen Zeit irgendwelche Geister in der Werkstatt sehe, die zu mir reden. Ein Schamane hatte sein ganzes Leben für seine Fantasien legitimierte Unterstützung bei den Menschen um sich herum. Der KFZ-Mechaniker wird sein ganzes Leben mit unangenehmen Zwangsvorstellungen auskommen müssen obwohl er nur ein Auto reparieren will. Das kann zu einem Erbe werden, wenn man es übertreibt.

Der tiefe, feste Schlaf ist ein Element, das wir Menschen brauchen um das Gehirn und seine Denkwut abschalten zu lassen. Wenn man luzide Träumt steigert man die Hirnaktivität nur weiter und man entspannt sich nicht. Um mit Ängsten und Wahnvorstellungen umzugehen, sie zu stoppen und nicht weiter zu nähren, muss man aber Gelassen sein, ausgeruht und gesetzt, damit sie verschwinden. Und hier können gern auch Schlafmittel oder Neuroleptika helfen und eingesetzt werden, sollte man damit Probleme haben. Das Gehirn darf sich nicht zu weit von einem ruhenden Zustand entfernt befinden. Um Wahnvorstellungen zu dämpfen ist der Schlaf ein sehr wichtiges Mittel. Luzide Träume sind es nicht. Sie können Wahnvorstellungen im Gegenteil gern steigern. Daher ist diese Thematik wirklich mit Vorsicht zu genießen.

Ich hoffe ich bin niemand auf die Füße getreten. Es ist ein sehr interessanter Beitrag hier von Dir AcidWizzard, Luzides Träumen im Kontext zur Schizophrenie zu diskutieren. Ich hoffe ich habe keine Angst gemacht und bitte diese Worte hier einfach nur so zu begreifen, dass man wie bei jedem Extrem, vorsichtig sein muss, dass man es nicht übertreibt. Und wenn sich solche Warnsignale wie Angstzustände und Verfolgung erstmalig zeigen, man besser eine Pause davon nimmt. Es ist nicht so magisch wie man denkt. Es sind nur Illusionen. Keine dunklen Türen wurden aufgerissen oder Paralleluniversen besucht. Nein. Man bildet sich nur etwas ein. Es ist alles Kopfkino. Und man sollte dieser geringen Bedeutung dahinter wirklich glauben schenken, bevor man damit verzweifelt.


Gruß Paul =)
CinnamonBoy
 
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