Phob3tors lichte Momente

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Phob3tor
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Phob3tors lichte Momente

#1

Beitrag von Phob3tor »

Ich will hier mal von meinem bisher größten Erfolg erzählen, einer Reihe von Klarträumen, wie sie sich leider nie wieder ereignet hatten.

Vorwort:
Ich muss damals etwa 20 Jahre alt gewesen sein. Ich hatte zu dieser Zeit auch gelegentlich mal Traumtagebuch geführt, damals noch handschriftlich, aber die Einträge waren kurz und ihre Anzahl überschaubar. Viel wusste ich auch nicht über das Klarträumen. Von RC's und irgendwelchen Techniken hatte ich praktisch keine Ahnung. Ich hatte aber mal in einem Forum gelesen, was dort als möglich sein soll.

Die Nacht:
Ich hatte es mir damals zur Angewohnheit gemacht, immer eine gute Stunde vor Arbeitsbeginn aufzustehen, weshalb mein Wecker auf 04:45 Uhr eingestellt war. Normalerweise schlief ich auch durch, bis dieser klingelte. In dieser Nacht jedoch wachte ich einige Stunden vorher auf. Das Schlimme daran war, dass ich nicht mehr einschlafen konnte. Ich wälzte mich lange hin und her und schlief einfach nicht mehr ein. Irgendwann gab ich es auf und schaltete den Fernseher ein. Auf einem USB-Stick hatte ich diverse Serien und entschied mich für "Die Simpsons". Ich schaute also eine ganze weile in den Fernseher. Irgendwann wurde ich wieder müder, also machte ich den Ton leiser, sodass ich diesen kaum noch wahrnahm. Nach einer gewissen Weile, war ich bereits wie in Trance. Ich war hundemüde, aber nicht in der Lage einzuschlafen. Dann geschah aber etwas merkwürdiges: Es war so, als würde mein Kopf zu den Lippenbewegungen der Figuren eigene Stimmen bzw. Geräusche kreieren. Es klang ein wenig nach Trompetentönen. Irgendwie bekam ich dann das Gefühl, dass das die beste Möglichkeit wäre, einen Klartraum zu haben. Ich machte also die Augen zu, konzentrierte mich aber nicht darauf, geistig wach zu bleiben, sondern hatte einfach den Entschluss gefasst, jetzt klar zu träumen.
Ich stehe nun in meinem Zimmer, neben meinem Bett. Es ist dunkel und ich kann es kaum fassen, dass ich scheinbar tatsächlich träume. Schnell verlasse ich das Zimmer, indem ich einfach durch die Tür gehe, als wäre ich ein Geist. Im Flur wiederhole ich dieses Prozedere und befinde mich jetzt im Hausgang. Dort merke ich, wie ich immer glücklicher werde. Ich nehme Anlauf und springe aufs Treppengeländer. In meinem Kopf beginnt eine schöne Melodie und ich renne Richtung Fenster, um aus diesem zu springen. Doch bevor ich das Fenster erreiche, wache ich wieder auf.
Nun lag ich wieder im Bett und erinnerte mich daran, dass ich in einem Beitrag gelesen hatte, dass man seine Gefühle im Klartraum etwas zügeln sollte, da starke Emotionen den Traum beenden könnten. Ich starrte also wieder in den Fernseher und diese merkwürdigen Laute setzten nach ein paar Minuten wieder ein. Ich wusste nun, dass es Zeit für die zweite Runde wäre. Ich schloss also wieder meine Augen.
Ich stehe erneut neben meinem Bett, in der selben Dunkelheit, wie gerade eben schon. Auf dem gleichen Wege verlasse ich die Wohnung erneut und rufe mir im Gang ins Gedächtnis, dass ich meine Freude etwas zurückschrauben muss. Ich springe erneut auf das Treppengeländer, sprinte Richtung Fenster und fliege durch dieses hindurch. Draußen angekommen bleibe ich schwebend in der Luft. Alles sieht genauso aus, wie im Wachleben. Lediglich die Wiese zwischen den Häusern scheint weitläufiger zu sein. Ich fange nun an, mit Armbewegungen, von Unten nach Oben, kleine Häuser aus dem Boden zu ziehen. Als sich nun unter mir eine Art kleine Siedlung befindet, entschließe ich mich dazu, die Lüfte zu verlassen und schwebe gen Boden. Ich stehe nun dicht an einem Haus und fange an, einen Feuerball in einer meiner Hände zu erzeugen, was auch funktioniert. MIt der Intention, das gerade erbaute Dörflein wieder niederzureißen, schleudere ich den Feuerball gegen die Hütte, welche sich unmittelbar vor mir befindet. Jedoch passiert bis auf einen kleinen Knall und ein paar Funken gar nichts. Ich versuche es noch zwei oder drei Male. Das Ergebnis bleibt aber das gleiche.
Nun lag ich wieder im Bett, erneut erwacht. Ich konnte es kaum glauben, wie leicht es mir fiel, diesen Zustand herbeizuführen. Ich wiederholte also das Ganze noch einmal.
Ein drittes Mal stehe ich in meinem dunklen Zimmer, neben meinem Bett. Im Gegensatz zu den ersten beiden Malen, ist meine Zimmertür diesmal allerdings offen. Meine Mutter scheint gerade aus der Küche zu kommen und geht nun ins Wohnzimmer. Ich folge ihr. Dort angekommen sehe ich, wie sich meine Mutter und meine Schwester unterhalten. Als kleine Machtdemonstration gehe ich nun an das Fenster zu und hebe langsam meine Arme. Zeitgleich mit meinen Armbewegungen geht nun die Sonne auf. Das vorher dunkle Wohnzimmer ist nun Taghell erleuchtet. Nach dem eben vollbrachten Wunder drehe ich mich nun zu den beiden, um ihre Reaktion zu sehen. Etwas enttäuscht muss ich aber feststellen, dass die beiden mich nicht weiter beachten und ungehindert weiterreden. Ich mache mir darüber aber nicht groß weiter Gedanken und will auf dem schnellsten Weg nach draußen. Ich springe also durch das Fenster. Ganz im Gegensatz zu den zwei Stockwerken, die ich eigentlich hätte fallen müssen, sind es hier aber eher 30. Ich falle also und falle und falle, verspüre währenddessen aber nicht den geringsten Anflug von Angst. Dann komme ich auf, mit einem großen Knall. Die Menschen, welche unten gingen, fliegen nur so durch die Gegend und unter mir entsteht ein Krater. Anstatt mich zu wundern, renne ich aber sofort los. Durch Gärten, Büsche, Zäune und Mauern, in einer unfassbaren Geschwindigkeit. Als ich einen Garten passiere, in dem ein Mann im Flanellhemd gerade Holz hackt, bleibt mein Blick kurz an ihm haften, obwohl mein Traumkörper weiter rennt. Er sah mir ziemlich verdutzt nach. Irgendwann, als ich die letzte Mauer durchbreche, bin ich an einem Spielplatz, an dem ich als Kind oft war. Ich überlege, was ich nun tun könnte und entscheide mich dafür, etwas in Zeitlupe zu machen. Ich nehme also Anlauf und vollführe eine Hechtrolle. Ab dem Zeitpunkt, an dem ich in der Luft bin, läuft alles viel langsamer ab. Sobald ich aber wieder stehe, nimmt die Zeit wieder ihren gewohnten Gang. Nun möchte ich Kämpfen und wünsche mir Gegner herbei. Bestimmt 15-20 Ninjas im Mortal Kombat Stil stehen nun vor mir. Alle gehen gleichzeitig auf mich los. Statt jeden Schlag ala Bruce Lee zu parieren und anschließend zu kontern, bekomme ich aber einfach nur von allen Seiten Prügel, welche ich aber kaum spüre. Hin und wieder schlage ich einen der Ninjas weg, doch insgesamt wird mir das zu blöd, also entscheide ich, dass sie auch gegeneinander kämpfen sollen. Nach wenigen Sekunden haben sich überall um mich herum kleine Grüppchen gebildet, die sich gegenseitig verkloppen. Ich gehe ein Stück weiter, in Richtung des alten Quelle-Ladens. "Biep, Biep, Biep" (Der Wecker klingelt)

Das ist jetzt schon ziemlich lange her und ich hatte leider nie mehr die Gelegenheit, in den Genuss eines so intensiven Klartraumes, mit einem so hohen Maß an Kontrolle zu kommen. Nicht nur die Träume selbst, sondern auch das Gefühl, welches ich hatte, als ich dann aufgewacht bin, waren Unglaublich. Ich glaube nicht, dass ich schon einmal davor (und leider auch danach) so viel Freude empfunden hatte.

Nun habe ich auch eine Frage, die mir hier vielleicht jemand beantworten könnte:
Wieso war es in dieser Nacht so unglaublich selbstverständlich, dass ich Klarträume hatte und jetzt ist es so ein Act?

Mir kommt es mittlerweile so vor, als würde es mit jedem neuen Wissen, das ich zu diesem Thema erlange, schwerer werden.
In dieser Nacht wusste ich, dass ich jetzt einen Klartraum haben werde, was dann auch funktioniert hatte und jetzt klappt es kaum noch. Wenn ich jetzt WILDe, bekomme ich im Vorfeld lediglich beängstigende visuelle und auditive- und unangenehme taktile Hypnagogien, welche sich auch schon über eine Stunde des ständigen Aufwachens und Halbschlafens hingezogen hatten. Am Ende bin ich dann meistens wach geblieben oder hatte es dann "glücklicherweise" geschafft, normal einzuschlafen. Dann natürlich ohne KT. Meine einzigen momentanen Erfolge sind jetzt höchstens einmal seltene DILD-Klarträume, welche aber nicht einmal im Ansatz so lang und atemberaubend sind, wie der dritte, oben beschriebene Traum.

Oni
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Re: Phob3tors lichte Momente

#2

Beitrag von Oni »

Danke für den tollen Bericht, eine schöne Klartraum-Kette :)
Deine Frage kann ich dir leider nicht beantworten. Ich glaube, dass man einfach je mehr man über das Thema liest, über die Techniken, die Erfolge und Misserfolge anderer, dass man da irgendwie den eigenen individuellen Zugang etwas verliert und sich selbst Barrieren aufbaut. Man baut unbewusst die gelesenen Erfahrungen anderer in seine eigene Erwartungshaltung ein, wie man selbst reagiert oder zu reagieren hat in bestimmten Situationen, die man erlebt.

Das hatte ich auch ganz stark, als in einem anderen Forum von einer Art Traum-Mafia erzählt wurde. Diese stellt quasi die Personifizierung und die Drahtzieher hinter dem dar, was viele oft als das "Unbewusste das uns an der Klarheit hindert" bezeichnen. Also letztlich hindert sie uns daran in Träumen klar zu werden. Ich habe das damals so angenommen und erst spaßeshalber auch so gesehen. Irgendwann hat sich das aber in meinen Träumen widergespiegelt und ich habe einige Klarträume damit verbracht gegen diese Traum-Mafia zu kämpfen.

Im Nachhinein betrachtet waren dies einige verschwendete Klarträume und ich habe mir selbst dadurch eine Barriere aufgebaut. Genauso lässt sich das auch auf Techniken übertragen und dem was man erwartet während der Ausführung zu erfahren oder zu erleben.

Also vielleicht warst du damals einfach noch "freier", eventuell musst du es wieder werden oder es lag auch an deiner Ausdauer beim WILDen. Leider gibt es bisher noch nicht genug Ergebnisse zur Thematik, dass man hier eindeutig den Erfolg auf bestimmte Faktoren eingrenzen kann.

Phob3tor
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Re: Phob3tors lichte Momente

#3

Beitrag von Phob3tor »

Danke, für die Antwort.

Das mit den Barrieren denke ich mittlerweile auch. In mir festigt sich momentan immer mehr die Idee, dass ich mich wahrscheinlich selbst daran hindere. Ich denke, dass es in erster Linie Zweifel sind. Bei den Träumen damals fühlte es sich so an, als hätte sich da eine Tür geöffnet, die ich nach Lust und Laune passieren konnte. Jetzt habe ich die meiste Zeit das Gefühl, dass diese Tür die meiste Zeit verschlossen ist. Ganz selten stolpere ich mal dagegen, und sie öffnet sich einen Spalt, aber nur gerade weit genug, dass ich einen Arm hineinstrecken kann und nur einen Bruchteil dessen vollbringen und fühlen kann, was in diesem Klartraum von damals möglich war. Das Problem sind nicht nur die schwach ausgeprägten Sinne und die fehlende Kontrolle. Ich bin geistig auch nicht so da, wie ich es in diesem Traum war. Mir fällt in der Regel nichts anderes ein, als zu fliegen. Ich schaffe es in diesen Momenten gar nicht erst so weit zu denken, dass mir irgendetwas sinnvolles einfällt.
Das soll bitte nicht falsch verstanden werden. Ich hatte auch schon tolle Klarträume, die nicht so lange anhielten und in denen ich nicht so ein hohes Maß an Kontrolle hatte. Auch Trübträume hatte ich sehr viele schöne, in denen Dinge passiert sind, die mich im Nachhinein sogar zum Lachen gebracht hatten. Aber im Endeffekt sehne ich mich einfach mal wieder danach, so einen Klartraum zu haben, wie ich ihn vor gut acht Jahren erleben durfte. Ich habe im Grunde das Gefühl, dass ich es nicht mehr schaffen werde, einen solchen Klartraum zu haben. Es fühlt sich irgendwie so an. Wirklich funktionieren wird es wahrscheinlich erst, wenn ich derlei Gedanken loswerde.

Meine Ziele für den nächsten Klartraum würden übrigens wie folgt aussehen:

  • Ich würde gerne Klartraumhelfer rekrutieren, also Traumpersonen, die mich im Traum daran erinnern, dass ich träume.
  • Ich möchte an etwas riechen! (In meiner Traumlaufbahn, ob klar oder nicht, wurde schon jeder meiner Sinne angesprochen. Ich kann mich aber beim besten Willen nicht daran erinnern, schon einmal etwas gerochen zu haben. Das würde ich wahnsinnig gerne ausprobieren.)

Ich hoffe, ich bekomme es dann im nächsten KT auch hin, geistig etwas mehr da zu sein, sodass ich mich an diese Ziele auch erinnern kann. Hierbei hapert es am meisten.

Eigentlich sind die Klartraumziele aber momentan ohnehin nur Nebensache, da ich mich jetzt in erster Linie erstmal um meine Traumerinnerung kümmern muss. Die ist momentan sehr schlecht, weil ich die letzten drei Monate pausiert hatte und ich auch davor nur etwa drei Wochen am Ball geblieben bin. Wer weiß, wie viele Klarträume ich schon vergessen habe. :-)

Dennoch werde ich mich dieses Wochenende mal an SSILD heranwagen. Ich hatte diese Technik erst einmal getestet und dieser Versuch fand Abends statt, also bevor ich geschlafen hatte. Diesmal möchte ihn mit WBTB kombinieren, was wahrscheinlich sinnvoller ist. Ich bin mal gespannt, ob es funktioniert.

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